Menschenrechte? Lieber nicht.

An vielen Orten wird am 11.11. die 5te Jahreszeit gefeiert. Menschen fangen an, Spaß zu haben und irrsinnig viel Geld für Alkohol und schlechte Witze auszugeben. Gut so. Denn wieso sollte man das auch verbieten?

Ganz anders sieht es für EU-Bürger in Deutschland aus. Wenn sie nicht arbeitssuchend sind, haben sie kein Anrecht auf Sozialleistungen in Deutschland.

Und das ist auch besser so“, steht im Artikel, der treffenderweise mit “Lieber nicht großzügig” überschrieben ist. Denn eigentlich ist es für die EU-Bürger so viel besser.

Die Argumentation dahinter ist hanebüchen. Wenn EU-Bürger Anspruch auf Sozialleistungen hätten, würden die Ausländerbehörden viel schärfer gegen nicht arbeitende EU-Bürger in Deutschland vorgehen, um den “Sozialfall” zu vermeiden. Deswegen hilft es allen EU-Bürgern; dasS sie kein Recht auf Sozialleistungen haben.

DaSs mit den Ausländerbehörden mag stimmen, aber dann sollten wir am besten auch keine Flüchtlinge aufnehmen. Denn das könnte dazu führen, dass Rechtsradikale viel aktiver werden, um diesen zu schaden. Eine Logik, die ich nicht weiter verfolgen möchte.

Sozialleistungen sind gerade für die Menschen da, die nicht am wirtschaftlichen Leben teilnehmen. Und das sollte doch eigentlich für alle Menschen innerhalb eines Verwatungsrahmens (hier Deutschland) gelten. Wenn die Frau, deren Ansprüche nun zurückgewiesen wurden, jetzt verhungert, ist es wenigstens rechtens gewesen. Mit der Idee von Sozialleistungen hat das aber keinen Zusammenhabng.

Zum Glück werden ja Gruppen wie die Tafeln, Medibüros oder andere Unterstützer barmherzig genung sein, so dass dies vermutlich nicht passiert. Aber wofür brauchen wir dann nochmal einen Staat, der Sozialleistungen vergibt? Wahrscheinlich, damit ich mir keine Gedanken machen muss und mein Geld lieber in Dinge investiere, die meinem persönlichen Wohlempfinden dienen. Wie eine dunkle Sonnenbrille, Kopfhörer und etwas, um den Mund zu stopfen.

Besonders empört es mich, dass ein Mensch, der ein Einkommen und die “richtige” Staatsbürgerschaft hat, für eine Frau aus Rumänien und EU-Bürger allgemein wissen will, was für sie besser ist. Die Betroffenen kommen dabei natürlich nicht zu Wort. Dabei sollte das für die taz doch eigentlich selbstverständlich sein, Betroffene schreiben zu lassen, was sie von den Urteil halten.

Dabei ist es dem Autor auch noch klar, das die betroffene Rumänin sich jetzt “durchwursteln” muss. Also hungern, ihrem Kind das Nötigste vorenthalten, bis sie es schafft, sich einen Job zu suchen. Denn ohne Job wird sie angeblich ja niemals hier richtig ankommen. Genausowenig wie die Idee von Menschenrechten im Kopf des Autors.

Unter der Gürtellinie

Dass man eine solche Umfrage ausgerechnet am 1. April veröffentlicht, erschien schon verdächtig: Ein Witz vielleicht? Wenn, dann ein verdammt schlechter. Da ruft ein männlicher taz-Autor die Leser tatsächlich dazu auf, ihre Meinung zum weiblichen Haarwuchs im Intimbereich kundzutun.

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Verwirrung hoch drei

Eine Zeitung ist immer auch eine Dienstleistung. Sie bekommt Geld und dafür informiert sie über Dinge, die wichtig sind. Sie bietet dazu Hintergründe, Recherchen, Interviews und vieles mehr und nimmt einem damit die Arbeit ab, selbst Informationen aufzuarbeiten.

Dazu gehört auch das Thema der Bahnreform, die 1994 aus den ehemaligen Staatsbahnen eine Aktiengesellschaft machte. Ein Thema, das durchaus interessant ist und zu dem man sicher auch unterschiedliche Positionen haben kann. Weiterlesen

Demnächst auch für Punks und Rumänen

Natürlich kann man sich mal verschreiben. Gerade in einer Tageszeitung ist es schwer keine Fehler zu machen. Trotzdem gibt es einige, die peinlicher sind als andere. So sollte man nicht Rumänien mit Roma verwechseln, ist das eine doch eine Nation, das andere der Begriff für eine weit verbreitete Bevölkerungsgruppe.

roma und bulgaren

Wie gut, dass es gleich jemandem in der taz aufgefallen ist und der Fehler nicht mehr in der Printausgabe aufgetaucht ist.

Bleibt nur die Frage, wieso der Artikel dann auch noch am nächsten Tag mit dem peinlichen Fehler im Netz zu finden ist. Sind die dortigen LeserInnen so unwichtig?

Auf jeden Fall kein Qualitätsmerkmal und damit ein verstoß gegen die eigenen Regeln.

Sechs, setzen!

Ein Artikel soll informieren, zum Denken anregen und eventuell sogar eine eigene Meinung widerspiegeln.

Auch eine Rezension sollte so aufgebaut sein. Leider schafft es die Rezension des Filmes “Alphabet“ zwar ein wenig, die Lesenden über den Film zu informieren, aber die Arbeitsweise des Autors steht der Kritik am Film in nichts nach, wobei der Autor dabei auch noch Klischees bedient, die eigentlich nichts in der taz verloren haben: Weiterlesen

Wenn aus Tätern Opfer werden

Ein Artikel sollte informieren, analysieren und vielleicht auch eine Meinung vertreten. Wichtig dabei ist es, sich auf das Thema zu fokussieren und eine nachvollziehbare Berichterstattung zu schaffen, welche den/die LeserIn weiterbringt. Wichtig ist dabei auch, niemanden zu verletzen und alle Betroffenen mit Respekt zu behandeln.

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Zu viel Platz in der Taz

Wie die taz selbst mal festgestellt hat, können leider nicht alle interessanten Nachrichten innerhalb einer Zeitung abgedruckt werden. Denn die Redakteure müssen jedes Mal intensiv darüber nachdenken, welches Thema so relevant ist oder welcher Artikel so gut recherchiert und geschrieben wurde, dass für ihn ein paar Zeilen in der taz genutzt werden dürfen.

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Sprachlos. Mal wieder.

Was ist nun genau passiert auf taz.lab vor anderthalb Wochen? Die Darstellungen der Beteiligten sind zum Teil so unterschiedlich, dass es schwer fällt, sich ein klares Bild davon zu machen, wenn man nicht dabei gewesen ist. Oder doch nicht?

Ich überlasse das Wort den Menschen, die dabei gewesen sind, wie dieser Kommentator (die Kommentarfunktion auf taz.de erfüllt ausnahmsweise mal ihren Zweck): Weiterlesen

Wir sind nicht allein

Wir sind glücklicherweise nicht die einzigen, die sich über die sich häufenden menschenfeindlichen Ausfälle in der taz aufregen. Neuester Tiefpunkt ist eine frauenfeindliche Kolumne, wo sich der Autor in wunderschön sexistischer Manier darüber beschwert, dass alte Männer ja so furchtbar diskriminiert werden.

Auseinandergenommen wird der eklige Blödsinn hier von felis und hier durch Anatol Stefanowitsch vom Sprachlog. Absolut lesenswert.

Der Hinweis, dass die taz hier mal wieder ihre eigenen Standards und Ansprüche mit Füßen tritt, ist ja leider fast schon überflüssig.